Gemüse-Anbau in der Wohnung

Auch wenn die Euphorie um den Anbau eigener Nahrungsmittel groß ist, haben leider nicht alle Menschen Zugang zu einem Garten, oder wenigstens Balkon. Auch das Angebot von Schreber- und Gemeinschaftsgärten ist nur begrenzt verfügbar. Musst du also auf dein selbst angebautes Gemüse und Obst verzichten, wenn du keinen Zugang zu einer Fläche unter freiem Himmel hast? Nein, natürlich nicht! Besonders Kräuter, Blatt- und Wurzelgemüse können auch gut Zuhause auf dem Fensterbrett gedeihen. Was sich dabei besonders gut eignet und was man dennoch beachten sollte, erfährst du jetzt.

Es werde Licht

Dass Pflanzen für ihr Wachstum genügend Licht und Wasser brauchen, ist ja allgemein bekannt.
Doch wie viel von Allem? Mit 4-6 Stunden Sonnenlicht am Fenster, kann man schon sehr viel anfangen. Weniger sollte es aber wirklich nicht werden!
Wenn man also auch im Winter sein eigenes Grünzeug ernten möchte, sollte man in spezielle Pflanz-Lichter investieren, um die kürzeren Winter-Tage und flacher stehende Sonne kompensieren zu können.
Frucht-tragende Pflanzen wie zum Beispiel Tomaten, Paprika, oder Erdbeeren, benötigen jedoch mindestens 8 Stunden Sonnenlicht. Für eine lohnende Ernte reicht ein normales Fenster selten aus. Hier empfiehlt sich eher ein Wintergarten, oder eben Nachhelfen mit Pflanzenlampen.
Die bekommt man aber tatsächlich schon ab rund 40€!

Gute Drainage

Während man beim Licht fast nie zu viel geben kann, sieht das bei Wasser wieder ganz anders aus. Wer zu sparsam, oder zu generös wässert, tut seinem grünen Daumen keinen Gefallen.
Bleibt die Erde zu lange zu feucht, fangen bei so gut wie allen Pflanzen die Wurzeln zu faulen an und sie sterben ab.
Erster Schritt um diesem Problem vorzubeugen ist, einen Topf mit Drainage-Löchern zu verwenden, damit überschüssiges Wasser abfließen kann. Übertopf natürlich nicht vergessen, sonst gibt’s Sauerei!
Zu selten Gießen ist ebenso schädlich für Obst und Gemüse. Trocknen die Wurzeln zu sehr aus, steht auch wieder der Tod bevor. Oder die Pflanze nimmt durch den Stress nachhaltig Schaden und die Ernte leidet darunter.
Deshalb regelmäßig an’s Wässern denken!
Beste Routine: morgens und abends mit einem Finger ca. 3cm in die Erde bohren – wenn es sich trocken anfühlt sollte gegossen werden.

Mehr als Licht und Wasser

Tatsächlich benötigen Pflanzen noch weit mehr als nur diese beiden Elemente.
Wie Menschen und Tiere, brauchen alle Pflanzen eine Vielzahl an Nährstoffen und Mineralien. Diese befinden sich in der Erde. Während in der freien Natur Bio-Masse und Gesteine von Makro- und Mikro-Organismen zersetzt und für Pflanzen verwertbar gemacht werden, fehlt dieser Mechanismus in einem vor der Natur isolierten Topf.
Deshalb ist gekaufte Garten-Erde auch schon immer mit einer guten Portion benötigter Nährstoffe versetzt. Das reicht auch bis zur Ernte von schwachzehrendem Gemüse. Anspruchsvollere Pflanzen wie Tomaten sollten für eine gute Ernte hin und wieder gedüngt werden.
Man sollte bei seinem Zimmer-Gemüse also auf frische Erde von guter (Bio-)Qualität achten. Merkt man nach mehrmaliger Verwendung, dass die neuen Pflänzchen nicht mehr so gesund wachsen, wie die ersten Versuche in der gleichen Erde, dann muss diese ausgetauscht oder gedüngt werden.

Einsteiger-Tipp

Wer bisher seinen Grünen Daumen kaum trainiert hat, oder zum ersten Mal am Fensterbrett gärtnern möchte und dabei ein garantiertes Erfolgs-Erlebnis wünscht, der sollte mit Micro-Greens anfangen.
Wie Kresse, die man ja kennt, sind das die Keimpflanzen verschiedener Gemüse-Sorten. Intensiver im Geschmack, als die ausgewachsene Pflanze und bei selbem Gewicht, eine bis zu 40 Mal höhere Konzentration an Nährstoffen.
Diese Jung-Pflänzchen sind leicht zu pflegen, schnell reif für die Ernte und man kann kaum etwas falsch machen. Sie gedeihen bestens in der Küche, im Regal, oder auf dem Fensterbrett.

Die Sorte macht’s

Es ist also sehr gut möglich in der eigenen Wohnung, ganz ohne Garten, Balkon oder Dachterrasse, Nahrung anzubauen.
Angefangen bei Micro-Greens und Küchenkräutern, bis hin zu Salaten, Wurzelgemüsen und letztlich anspruchsvollere, fruchttragende Pflanzen.
Bei all diesen Exemplaren gibt es verschieden Sorten, von denen sich einige mehr oder weniger für den Anbau in der Wohnung eignen. Deshalb ist der erste Schritt, die richtige Sortenwahl!
Ein Punkt, der nur allzu gern vernachlässigt wird.
Da man in der Wohnung natürlich weniger Sonnenlicht zur Verfügung hat und mit Sicherheit auch kleinere Töpfe mit weniger Volumen verwenden möchte, empfehlen sich fast grundsätzlich kleinwüchsigere, frühreifende Sorten. Egal ob Pflücksalate, kleine Karotten, oder Cherry-Tomaten.
Kleine Sorten sind aber auch oft die aromatischeren – man verpasst sicher nicht’s!

Hast du für Pflanzen keinen Platz unter freiem Himmel und dir deshalb bisher gedacht, dass du dir keine eigene Nahrung anbauen kannst, dann hoffe ich, dass ich dich jetzt inspirieren konnte. Abgesehen von Gemüse, gibt es ja auch noch die Pilzzucht, welche sich gut für zum Beispiel den Keller eignet. Aller Anfang mag schwer und mühselig sein, doch gerade beim Anbau von Pflanzen, ist der Erfolg in greifbarer Nähe und befriedigender als vieles Andere.

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