5 Küchenabfälle die du weiterverwenden solltest

Nach dem Einkauf und beim Kochen, fallen immer wieder jede Menge Abfallprodukte an. Meist landen diese, ohne weitere Gedanken, im Müll. Vieles davon könntest du aber sehr gut weiterverwenden. Das bringt gleich zwei Vorteile mit sich – du ziehst Mehrwert aus dem vermeintlichen Abfall und du reduzierst deine Müllproduktion! Für 5 besonders häufig anfallende Küchenabfälle, stelle ich dir im Folgenden verschiedene Verwendungsmöglichkeiten vor.

1. Kaffesatz

Dem braunen Gold der Küche werden sehr viele Verwendungsmöglichkeiten nachgesagt. Einige davon sind sogar kosmetischer Natur, doch dem Thema Körperpflege will ich mich in diesem Blog nicht direkt widmen. Denn Kaffeesatz ist besonders für den Garten sehr nützlich!

Ein populärer Einsatzzweck von Kaffeesatz ist das Vertreiben von Schnecken, Ameisen, Blattläusen und Katzen. Ameisen orientieren sich über Duftstoffe, welche durch den Kaffee neutralisiert werden. Für Schnecken und Katzen soll wiederum der Geruch dieses Küchenabfalls sehr unangenehm sein. Jungen Katzen kann man zum Beispiel, durch das Ausbringen von Kaffeesatz, früh abgewöhnen ihr Geschäft an bestimmten Stellen zu verrichten. Das einbringen in die Beet-Erde, oder als Ring um wichtige Pflanzen gestreut, soll Schnecken abhalten, denn die enthaltenen Bitterstoffe regen deren Schleimproduktion an, was für sie auf Dauer schädlich ist. Auch ist das enthaltene Koffein ein Nervengift für Schnecken. Um Blattläuse loszuwerden, koche einfach deinen bereits verwendeten Kaffeesatz nochmal auf, mische ihn dann 1:1 mit Wasser und sprühe diese Mischung auf die Schädlinge.

Außerdem ist Kaffee ein guter, natürlicher Dünger und lockt Regenwürmer an, welche ebenfalls den Boden stark verbessern und durch ihre Wühlarbeiten auflockern und belüften.
Wen mal wieder die Wespen beim Kaffe und Kuchen im Freien stören, der kann das alte Pulver in eine feuerfeste Schale geben und anzünden. Für Menschen ist der Geruch kaum wahrnehmbar, oder sogar angenehm – aber Wespen mögen den Rauch gar nicht. Das soll auch gegen Mücken helfen.
Wer sich an die heimische Pilzzucht wagen möchte – hierfür wird Kaffeesatz ebenfalls immer wieder als guter Nährboden hervorgehoben! Man muss aber aufpassen, dass er möglichst frisch und noch nicht von Schimmel befallen ist. Um auf Nummer sicher zu gehen, kann man das Pulver auch im Ofen bei gut 100 Grad desinfizieren.

Am Besten lagert man den alten Kaffee, indem man ihn zuerst auf Papier flach ausbreitet und in der Restwärme des Ofens, oder im Sonnenlicht gründlich trocknet. Dann in einem sauberen, verschließbaren Glas aufbewahren.

Wie du siehst, hält dein alter Kaffee viele Einsatzmöglichkeiten bereit – und das war ja nur ein kleiner Überblick!

2. Teebeutel

Guter, biologischer Tee, egal ob lose oder aus dem Beutel, kannst du gerne unter die Erde deiner Topf-Pflanzen heben. Er liefert zusätzliche Nährstoffe. Aber übertreibe es nicht mit der Menge pro Pflanz-Behälter. Es dauert, bis der Teesatz abgebaut wurde.
Oder du hängst über Nacht die alten Teebeutel des Tages in die Gießkanne. Am nächsten Tag freuen sich deine Pflanzen über einen abwechslungsreichen Flüssig-Dünger!
Natürlich solltest du alten Tee nie in den Mülleimer, sondern immer auf den Kompost werfen. Aber bitte nur den Inhalt, sofern der Beutel nicht ausschließlich aus organischem Material ist! Man kann auch den Inhalt in die Erde mischen, wenn man gerade eine Pflanze neu eintopft, oder im Garten ein neues Beet anlegt.

Alte Teebeutel eignen sich auch als Räucherstäbchen-Ersatz, je nach Sorte mit wirklich gutem Duft. Rosmarin-, Lavendel- und Eukalytpus-, aber auch Zitronen- und Schwarztee sollen dabei sogar Mücken vertreiben.

3. Eierschalen

Anstatt die Schalen in den Mülleimer wandern zu lassen, sind auch diese mehr als nur Abfallprodukt. Wenn du sie gerade nicht anderweitig verwenden kannst, dann entsorge deine Eierschalen auf dem Kompost. Je zerkleinerter, desto besser!
Wenn man die Schalen zu feinem Mehl verarbeitet, kann man sie auch bestens als Kalk-Lieferant in Topf- und Gartenerde einarbeiten. Es ist auch weit verbreitet Eierschalen in der Gießkanne ziehen zu lassen, um das Wasser mit zusätzlichen Nährstoffen zu versorgen.

Unter Gärtnern gibt es auch den Tipp, gegen Schnecken im Garten, Eierschalen auf die Erde zu streuen. Zu Stückchen zerkleinert, werden sie wie scharfe Hindernisse gestreut, was die Schnecken als unangenehm zu überqueren empfinden sollen. Die tatsächliche Wirkung ist umstritten! Jedoch hatte ich persönlich damit schon gute Erfolge erzielt. Erst diese Saison konnte ich eine meiner Melonen-Pflanzen damit vor dem totalen Schnecken-Tod bewahren. Seit ich die Schalen einiger Eier um meine bedrohten Pflänzchen gestreut habe, werden sie deutlich seltener von den gefräßigen Schädlingen besucht und konnten sich daher wieder erholen.

Wer kleine Anzucht-Töpfe sucht, die günstig und biologisch abbaubar sind, sollte mal in seinen Eierkarton schauen!
Wenn du das nächste Mal ein Ei aufschlägst, dann tue das etwas vorsichtiger. Denn wer nur eine obere Kappe vom Ei entfernt, kann den Rest der geleerten Schale als Anzucht-Topf weiter verwenden. Am Besten in Kombination mit einem Eier-Karton.
Dieses Jahr habe ich zum Beispiel mein Fensterbrett voller Eier-Kartons stehen gehabt, in denen jede Menge Eier-Töpfchen standen, gefüllt mit Erde und Samen.

Die Jungpflanzen haben die Eierschalen gut durchwurzelt und waren dabei sogar recht gut vor Austrocknung geschützt – ich hatte es mit dem Gießen ein paar Mal nicht so genau genommen. Doch die Eierschalen schienen die Feuchtigkeit gut zu erhalten! Zum Auspflanzen einfach die Schale vorsichtig zerdrücken, sodass die Wurzeln beim weiteren Wachstum die Risse durchdringen können. Dann die Pflanze mit Schale direkt in die Erde des neuen Gefäßes oder Beets einsetzen.

4. Zwiebelschalen

Zwiebelschalen lassen sich einfach sammeln und lagern, denn für gewöhnlich sind sie trocken. Bei Bedarf lässt sich daraus ein guter Flüssig-Dünger für den Garten herstellen.
Einfach einen Tee mit Zwiebelschalen aufkochen und vor dem Gießen natürlich wieder abkühlen lassen. Der Garten freut sich über die zusätzlichen Nährstoffe und der Zwiebelschalen-Tee soll sogar vor Schimmelbefall schützen.
Wer so richtig viele Schalen hat, kann auch direkt eine Jauche damit ansetzen.
Dafür sammelst du 100 Gramm Schalen und lässt sie in 1 Liter Wasser für 7 Tage verschlossen gären.
Diese Flüssigkeit kannst du, im Verhältnis von 1:10, ins Gießwasser mischen und damit deinen Pflanzen eine Wohltat tun.

5. Papier und Karton

Eines der wohl häufigsten Abfallprodukte in heutigen Haushalten – speziell durch den häufigen Online-Einkauf und die damit einhergehenden Paketsendungen.
Für gewöhnlich plättet man die Paketverpackung, sammelt sie und bringt dann regelmäßig eine Fuhre zum Papier-Container, oder man hat eine Papier-Tonne vor dem Haus.
Aber warum eigentlich diese Mühe und wozu wegwerfen, wenn Karton doch so nützlich im Garten sein kann?

Wer im Spätherbst seine Beete aufräumt, kann diese gleich bestens für den Frühling vorbereiten! Meine Empfehlung – alle Pflanzenreste im Beet lassen! Unbedingt! Denn diese wuchsen mit den Nährstoffen aus diesem Boden und wer sie jetzt ausreisst und auf den Kompost schafft, nimmt dem Boden, was dem Boden gehört. Also, sobald alle Feldfrüchte geerntet und die Saison für beendet erklärt ist, schneidest du einfach alles bodennah ab und lässt es auf dem Beet liegen. Darüber legst du eine gute Schicht Karton aus.

Am besten nicht bedruckten Karton und wenn doch Farbe darauf ist, dann auf keinen Fall Glanzdruck! Darin sind Stoffe enthalten, die du wirklich nicht in deinem Beet haben willst.
Man kann auch Papier verwenden, aber auch hier auf die Boden-verträglichkeit des Drucks achten! Und da Papier dünner ist, braucht man dann natürlich nicht eine einfache Schicht, wie bei Karton, sondern mehrere Lagen.

Ist die Gartenerde nahtlos von Karton oder Papier bedeckt, kommt darüber eine ca. 10cm dicke Schicht Kompost. Und dieser wird wiederum schön dick mit Mulch bedeckt.
Im Gemüsegarten eignen sich besonders Rasenschnitt, Stroh oder am Besten all das Herbstlaub, dass du immer mühselig zusammen gerecht und weg geschafft hast!
Nach dem ersten Anlegen dieser Schutzschicht aus Karton, Kompost und Mulch, solltest du alles gut gießen, damit es nass und schwer wird und nicht vom Wind verweht wird.
Wenn die Garten-Saison wieder beginnt, dann säst du dein Saatgut direkt in den Kompost und räumst diese Stellen vorher vom Mulch frei.

Wenn du vorgezogene Pflanzen auspflanzen willst, stichst du ein Loch in die Karton-Schicht und gräbst dort ein Loch für den Wurzelballen der Jungpflanze.
Ansonsten lässt du den Karton unverletzt. Denn dieser schützt den Boden nicht nur vor der Sonne, sondern hindert Beikräuter am Keimen. Zum Einen gelangt kein Licht zu den Samen und zum Anderen kommen die Keimlinge nicht durch den Karton.
Doch die Wurzeln deines Saatguts können sich durch diese Schutzschicht nach unten bohren.
Und sollte doch mal ein Beikraut geduldig und kräftig genug gewesen sein, um Karton und Mulch zu durchdringen, dann lässt es sich ganz sicher, sehr leicht herausziehen – oder du schaust vorher was für ein Wildkraut sich da ins Sonnenlicht empor gekämpft hat. Vielleicht ist es sogar köstlich, oder anderweitig kostbar!

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